Gewalt gegen Menschen mit Behinderungen zählt im Jahr 2025 beim WEISSEN RING zwar nicht zu den häufigsten Delikten und wird auch nicht separat in den Statistiken ausgewiesen. Dennoch hat der WEISSE RING Landesverband Rheinland-Pfalz beim diesjährigen Tag der Kriminalitätsopfer den Fokus auf „Gewalt gegen Menschen mit Behinderungen“ gelegt, denn sie werden deutlich häufiger Opfer von Gewalt als Menschen ohne Behinderung. Das zeigen viele Studien aus Deutschland und international. Besonders betroffen sind Frauen mit Behinderung. Sie erleben beispielsweise körperliche Gewalt doppelt so häufig wie Frauen ohne Behinderung. Gewalt findet in und außerhalb vom Einrichtungskontext statt. Forschende nennen dafür mehrere Faktoren: Abhängigkeit von Unterstützung (z.B. Pflege, Assistenz, finanzielle Hilfe), Soziale Isolation oder kleinere soziale Netzwerke, Schwieriger Zugang zu Hilfesystemen (z.B. Polizei, Beratungsstellen), Stigmatisierung oder geringere Glaubwürdigkeit, wenn Betroffene Gewalt melden. Die Landesbeauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderungen in Rheinland-Pfalz, Ellen Kubica, erläutert die Faktenlage und spezielle Hilfsangebote für Menschen mit Behinderungen, die Gewalt erleben, ob Telefon – oder Onlineberatung, Frauenhäuser, spezialisierte Beratungsstellen.
Der WEISSE RING bietet allen Opfern von Straftaten Hilfe und Beratung an. Im Jahr 2025 wurden 1333 Opferfälle vom WEISSEN RING bearbeitet und den Opfern Unterstützung angeboten. Zu den häufigsten drei Delikten gehören Körperverletzung (40%) mit dem Schwerpunkt häusliche Gewalt, Sexualdelikte (26%) und Betrug (8%). Die Opfer in Rheinland-Pfalz wurden im Jahr 2025 mit 265.320 Euro in Opferhilfen unterstützt. Dazu zählten insbesondere rechtsanwaltliche und psychologische Beratungschecks sowie Soforthilfen, aber auch Erholungsmaßnahmen.
In Rheinland-Pfalz engagierten sich im Jahr 2025 227 Männer und Frauen ehrenamtlich beim WEISSEN RING für Kriminalitätsopfer. Sie teilen sich auf 27 Außenstellen im Land Rheinland-Pfalz auf. Die Opferhelfer sind für die Opfer da, unterstützen sie bei Terminen bei Polizei oder Gericht und vermitteln Kontakte wie beispielsweise therapeutische Anlaufstellen. Im Jahr 2025 wurden über 7.800 Stunden für Opferfälle und Präventionsarbeit geleistet.
„Ohne die Arbeit der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wäre die Opferhilfe in dieser Form nicht möglich. Die Mitarbeiter sind das Herzstück des WEISSEN RINGS“, so die rheinland-pfälzische Landesvorsitzende Sabine Bätzing-Lichtenthäler. „Wir sind dankbar, dass wir auch bei uns in Rheinland-Pfalz motivierte Menschen haben, die tagtäglich engagierte Arbeit leisten und sich mit schweren Themen wie häuslicher Gewalt, Vergewaltigung, Stalking etc. auseinandersetzen.“ Die Kunst sei es, diese oftmals schweren Schicksale nicht zu nah an sich heranzulassen und trotzdem mitfühlend und empathisch zu bleiben.
Das Ehrenamt beim WEISSEN RING ist vielseitig: Neben der klassischen Opferhilfe befassen sich die Freiwilligen auch mit Kriminalprävention und öffentlichen Aktionen vor Ort. In der Öffentlichkeitsarbeit wurde in 2025 ein Schwerpunkt gesetzt, um zum einen die Arbeit des WEISSEN RING bekannter zu machen und zum anderen weitere ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen.
Sie sind interessiert an einer Mitarbeit beim WEISSEN RING und möchten nähere Informationen?
Web: https://ehrenamt.weisser-ring.de
E-Mail: rheinland-pfalz@weisser-ring.de
Die Einsätze und Opferhilfen haben sich im Jahr 2025 in Rheinland-Pfalz wie folgt dargestellt:
Die Landesvorsitzende des WEISSEN RINGS Rheinland-Pfalz, Sabine Bätzing-Lichtenthäler, im Gespräch mit RPR1 (Foto: WEISSER RING)